Frauen, Göttinen, Rollenbilder

Ich habe mir lange schwer getan mit den Rollen, die Frauen in unserer Gesellschaft zugedacht waren und vermutlich subtil auch immer noch sind. Hübsch aussehen, brav und nett sein, einen Beruf lernen, der später halbtags ausgeübt werden kann, ordentlich heiraten, Kinder kriegen, sich um Haushalt und Kinder kümmern, in der Freizeit „Sex & the City“ schauen, träumen, so wie Carrie (hieß sie so 🙄) zu sein, später dann Yogalehrerin werden (noch früher waren es die Töpferkurse. Fragt eure Mütter und Großmütter), weil man mal ein bisschen was für sich tun möchte. Ganz ehrlich, mir haben diese Vorstellungen immer den Magen zugeschnürt. Ich wollte nie über mein Aussehen definiert werden und habe darum lange keine Kleider angehabt und mir nie mehr Farbe ins Gesicht gemalt als Kajal und Wimperntusche. Ich wollte nie von einem Mann abhängig sein, weshalb ich immer mein eigenes Geld verdient habe. Ich wollte immer Kinder haben, aber nie nur Mutter sein. Vermutlich mache ich es mir dadurch manchmal schwerer als nötig. Vielleicht aber auch nicht. Weil ich keine Rollen mag und zu starke Identifikationen mit Rollen oft zu viel Kummer führen. Sagen ja auch alle Yogaschriften.

Und darum zum Frauentag: Es ist einerseits enorm wichtig, finde ich, dass wir Frauen gleichberechtigt leben können. Aber wir sollten aufpassen, uns nicht wieder mit einer neuen Rolle zu identifizieren. Die, der Göttin, der Yoginī, der Frau, die gegen Männer ist, die Frau, die einen Feier- oder Muttertag braucht, bevor es zurückgeht in den alten Rollenalltag. Frau Sein bedeutet für mich, sich der starken kreativen Kraft in uns bewusst zu sein, die Fähigkeit, Leben und Kreation in die Welt zu bringen. Unabhängig sein zu können, aber das sogenannte Maskuline deshalb nicht abzulehnen. Weder in sich, noch im Umgang mit Männern. Yin und Yang im Gleichgewicht zu halten. Darum trage ich inzwischen auch Kleider 😉 Was bedeutet für dich Frausein oder Weiblichkeit? 🙏 Pic: @arminschoenberger

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