Das Karma, meine Familie, das Skateboard und ich

Der Ehemann ist vom Skateboard gefallen. Hört sich weniger schlimm an, als es ist. Aber er hat sich dabei sein rechtes Bein so mies gebrochen, dass er jetzt für mindestens sechs Wochen ausfällt, flach liegt, das operierte Gelenk nicht bewegen darf. Wenn er es doch tut, dann könnte es für immer vorbei sein mit dem freien Laufen. Kein Spaß. Für niemanden.

Sechs Wochen mindestens hängt jetzt alles an mir. Klar, Alleinerziehende lachen jetzt vermutlich, sagen, dass ist bei uns immer so. Stimmt schon. Großer Respekt an dieser Stelle für diese Leistung. Ganz im Ernst.

Für mich ist es von heute auf morgen ins kalte Wasser geworfen zu sein, alle Pläne, inklusive Urlaub, sind mal eben über den Haufen geworfen. Neue Pläne machen, organisatorische erstmal. Wer fährt die Kinder von A nach Z wenn ich Yoga unterrichte, wer holt sie ab, wenn ich Stunden habe. Zahlt mir als Selbstständiger ja niemand, wenn ich die Stunden ausfallen lassen würde. Wer übernimmt die Yogastunden vom Ehemann? Wer fährt ihn zur Krankengymnastik, sollte ich kein Zeit haben. Wie bekomme ich Texte, Stunden, das Yoga-Festival, das geplant werden will, die Weiterbildungen, die Workshops, die Studio-Organisation mit Haushalt und vorallem den Kindern und ihren Sommerferien unter einen Hut? Geht ein bisschen wegfahren ohne den Ehemann überhaupt? Und: Wollen wir das?

Auch klar, all das ist Jammern auf Hohem Niveau. Anderen Familien geht es viel schlechter. Und das ist wichtig, das nicht zu vergessen. Im Prinzip geht es mir gut. Geht es uns gut. Die OP verlief gut, das Supportsystem ist großartig.

Yoga hilft mir, also Yoga als gesamtes System, nicht die auf Asanas reduzierte Form. Alles ist vergänglich, sagen die Yogis. Diese Erkenntnis ist zwar meistens erstmal die Ursache für Leid, aber das Wissen, das alles kommt, da ist und wieder vergeht, kann in Situationen wie meiner auch sehr tröstlich sein. Und was sind schon sechs oder acht Wochen? Eine kurzer Moment.

Yoga hilft mir, weil ich durch ihn erfahren habe, dass loslassen, vairagya, befreiend ist. Früher, da bin ich mir sicher, hätte ich länger gehadert, getobt, geschimpft, wäre aufgegangen im Frust und Selbstmitleid, weil alles nicht so läuft, wie ich mir das für den Sommer, für mein Leben vorgestellt hatte. Kein Sardinien, keine gemeinsamen Festival-Workshops, keine halbwegs selbstbestimmte Zeit, keine Unhabhängigkeit. Merkt ihr übrigens? Ich, ich, ich. Asmita, die Selbstbezogenheit, ein Klesha, eine Störkraft, macht nicht ruhig, sondern unruhig, verschwendet Energie an der falschen Stelle.

Darum vairagya, ein Wort, das mich immer an viagra erinnert, in der Wirkung auch mindestens so potent ist. Denn Loslassen von den Erwartungen, von den Vorstellungen und dem persönlich Beleidigtsein aufs Universum führt zu sehr viel innerem Frieden und ebensolcher Freiheit.

Yoga, das darshana, also die Sichtweise auf die Welt, hilft mir, im Augenblick zu bleiben, fokussiert eine Sache nach der anderen zu erledigen, das Wichtige vom Unwichtigen zu unterscheiden, Dinge abzusagen, die gerade zu viel Stress machen, ishvara pranidhana zu prakizieren, die Akzeptanz, nicht alles in der Hand zu haben, eine andere Form von vaiyagra.

Und Yoga hilft mir, all das Schöne zu sehen, das auch passiert. Diese unglaublich tolle Unterstützung aus so vielen unerwarteten Ecken. Sei es mit Worten und ganz selbstlosen Taten. Das flasht mich, berührt mich zutiefst, immer wieder. Das ist Maitri und Karuna, was uns da entgegenkommt, Liebe und Mitgefühl. Früher hätte ich damit nicht umgehen können, hätte gedacht, alles alleine stemmen zu können, müssen, vermutlich, weil ich tief in mir gedacht habe, ich bin diese freundliche Zugewandtheit, diese loving care, nicht wert.

Yoga hat das verändert. Annehmen ist möglich, löst tiefe Dankbarkeit und Freude in mir aus.

Alles hat einen Sinn, sagt das Yoga-Sutra. Auch wenn man ihn nicht immer gleich erkennt oder versteht. Und vielleicht ist ein Sinn dieses eigentlich unsinnigen Skateboard-Sturzes für mich, genau dieses zu erkennen und fühlend zu erfahren. Heilsam. Sehr sogar.

Alles kommt, alles ist da, alles geht. Der Frust, das gebrochene Bein, die Wunde, die Heilung. Und Sardinien ist für meine hitzeunresistente Familie vermutlich im August sowieso zu heiß.

OM

Frauen, Göttinen, Rollenbilder

Ich habe mir lange schwer getan mit den Rollen, die Frauen in unserer Gesellschaft zugedacht waren und vermutlich subtil auch immer noch sind. Hübsch aussehen, brav und nett sein, einen Beruf lernen, der später halbtags ausgeübt werden kann, ordentlich heiraten, Kinder kriegen, sich um Haushalt und Kinder kümmern, in der Freizeit „Sex & the City“ schauen, träumen, so wie Carrie (hieß sie so 🙄) zu sein, später dann Yogalehrerin werden (noch früher waren es die Töpferkurse. Fragt eure Mütter und Großmütter), weil man mal ein bisschen was für sich tun möchte. Ganz ehrlich, mir haben diese Vorstellungen immer den Magen zugeschnürt. Ich wollte nie über mein Aussehen definiert werden und habe darum lange keine Kleider angehabt und mir nie mehr Farbe ins Gesicht gemalt als Kajal und Wimperntusche. Ich wollte nie von einem Mann abhängig sein, weshalb ich immer mein eigenes Geld verdient habe. Ich wollte immer Kinder haben, aber nie nur Mutter sein. Vermutlich mache ich es mir dadurch manchmal schwerer als nötig. Vielleicht aber auch nicht. Weil ich keine Rollen mag und zu starke Identifikationen mit Rollen oft zu viel Kummer führen. Sagen ja auch alle Yogaschriften.

Und darum zum Frauentag: Es ist einerseits enorm wichtig, finde ich, dass wir Frauen gleichberechtigt leben können. Aber wir sollten aufpassen, uns nicht wieder mit einer neuen Rolle zu identifizieren. Die, der Göttin, der Yoginī, der Frau, die gegen Männer ist, die Frau, die einen Feier- oder Muttertag braucht, bevor es zurückgeht in den alten Rollenalltag. Frau Sein bedeutet für mich, sich der starken kreativen Kraft in uns bewusst zu sein, die Fähigkeit, Leben und Kreation in die Welt zu bringen. Unabhängig sein zu können, aber das sogenannte Maskuline deshalb nicht abzulehnen. Weder in sich, noch im Umgang mit Männern. Yin und Yang im Gleichgewicht zu halten. Darum trage ich inzwischen auch Kleider 😉 Was bedeutet für dich Frausein oder Weiblichkeit? 🙏 Pic: @arminschoenberger

Alles Kosha – Enthüllungen Teil I

Ich möchte euch heute mit auf eine Kosha-Reise nehmen. Koshas sind im Denken der Yogis die Hüllen, die unsere wahre Wesennatur umgeben, beziehungsweise sie verschleiern. Im Denken der Yogis sind diese Hüllen nur Illusion, maya. Weil sie, im Gegensatz zu unserer wahren Essenz, die ohne Anfang und Ende ist, vergänglich sind. Sich mit dieser Essenz zu verbinden, in ihr aufzugehen, ist Yoga.

Wenn wir durch unsere Koshas reisen oder beginnen, ein Gespür für die buchstäbliche Vielschichtigkeit unseres Seins zu entwickeln, dann können wir darüber unglaublich viel über uns selbst erfahren. Und aus diesen Erkenntnissen beginnen, gezielter für unser Wohl zu sorgen, uns selbst zu kultivieren.

Die Koshas heißen:

Annamaya Kosha, die Nahrungshülle, unser grobstofflicher Körper

Pranamaya Kosha, die Energiehülle, unser feinstofflicher Energiekörper

Manomaya Kosha, unsere psycho, mentale, emotionale Hülle, unser unruhigen Gedanken und Gefühle, der sogenannte “niedere“ Geist.

Vijnanamaya Kosha, die Intutionshülle, der klare Verstand, das besondere Wissen, der höhere Geist, die Unterscheidunsgfähigkeit.

Anandamaya Kosha, die Glückseligkeitshülle, unsere Fähigkeit, zufrieden zu sein mit dem, was wir haben.

Im Zentrum des Ganzen sitzt Atman. Unser wahrer Wesenkern. Das höchste Bewusstsein. Die ewige Konstante in uns.

Welche deiner Hüllen spürst du ganz spontan meistens am deutlichsten? Und wie verbunden bist du mit deiner wahren Essenz?

Mutterglück & Mitgefühl

Natürlich werde ich immer wieder gefragt, ob ich mit meinen Kinder Yoga „mache“. Setzt man wohl voraus, wenn die Mutter Yogalehrerin ist. Wobei man einen Chirurgen vermutlich nicht fragen würde, ob der siebenjährige Sohn auch schon operiert. Aber egal. Tatsächlich ist es nämlich so, dass ich es wie der Chirurg halte und mit dem Nachwuchs zuhause nicht seziere, beziehungsweise praktiziere. Zumindest keine Asanas – was die meisten Frager allerdings meinen, wenn sie von „Yoga machen“ sprechen. Und es ist auch so, dass meine Tochter und mein Sohn mit Yoga eher wenig anfangen können, weil sie es doof finden, dass ich unter der Woche drei Abende nicht zuhause bin, sondern beim Unterrichten und an den Wochenenden auch oft Seminare oder Workshops leite.

Was ich aber schon mache ist, mit ihnen über Gewalt und Gewaltfreiheit, über Aufrichtigkeit zu sprechen, über Mitgefühl und die Kunst, gleichmütig zu bleiben. Über ahimsa, satya, karuna und upeksa. Ich brauch dazu keinen Yoga-Sutra-Stuhlkreis oder die Bhagavad Gita als Gute-Nacht-Geschichte. Es sind alltägliche Situationen und Geschehnisse, die herhalten dürfen. Streit mit Freunden, mit Mitschülern, die manchmal wütenden Rangeleien der beiden miteinander, die kleinen Halbwahrheiten, was das Lernen und das Versorgen der Hasen betrifft – oder den heimlichen Netflix-Konsum. Je nachdem, was vorgefallen ist, frage ich sie, warum sie so reagiert haben, wie sie es taten. Wie sie sich in der Haut des anderen fühlen würden. Wie sie behandelt werden möchten. Ob Schienbeintreten und Haareziehen (wenn sie sich ganz besonders gern haben) wirklich die einzigen Mittel der Kommunikation sind oder ob man sich hätte auch anders ausdrücken können? Dass manche Menschen so viele Probleme haben, dass sie ihren Ärger darüber an anderen auslassen. Was nicht gut ist, dann aber mit einem persönlich nichts zu tun hat, man sich nicht schlecht fühlen muss (sollte man vorher nicht ordentlich provoziert haben).

Manchmal hören sie zu und sehen es ein, manchmal nerve ich sie mit meinen Fragen. Aber wie sagt man so schön, steter Tropfen höhlt den Stein. Heute hat mir mein siebenjähriger Sohn mittags erzählt, dass sie in der Pause Fangen gespielt haben. Dass einige der Jungs dabei sehr gemein zu dem Fänger, den ich jetzt hier mal Ben nenne, gewesen seien, ihn zu Boden geworfen und an die Wand geschubst hätten. Ich habe ihn gefragt, ob er mitgemacht hat. Er sagte: „Nein.“ Ich wollte wissen, warum nicht. Er sagte: „Weil der Ben nicht gelacht hat.“ Was das für ihn bedeutet habe, wollte ich wissen. „Dass es ihm keinen Spaß macht.“ Er sein dann zu Ben gegangen und habe gesagt: „Schlag mich ab, dann bin ich der Fänger.“ Warum er das getan habe, wollte ich wissen. „Weil mir der Ben leid tat.“ Ob er keine Angst gehabt habe, von den anderen dann auch so rabiat behandelt zu werden, fragte ich ihn. „Nein“, sagte er. „Weißt du Mama, das trauen sie sich nicht. Der Ben ist der schwächste in der Klasse. Ich bin viel stärker.“

In dem Moment war ich tief berührt von diesem und voller Hochachtung und Respekt für diesen kleinen Menschen, der gezeigt hat, dass er sein Herz am rechten Fleck hat und weiß, was sich gehört und was nicht.

Ich erzähle das übrigens nicht, um mit meinen Kindern anzugeben, oder zu sagen, ich bin die beste Mutter der Welt (das bin ich ganz und gar nicht) sonder um zu ermutigen, den Nachwuchs nicht nur viele fremde Sprachen, Videospiele oder Asanas beibringen zu lassen, sondern sie auch mit zutiefst friedensfördernden Ideen wie eben der Gewaltfreiheit und dem Mitgefühl in Berührung zu bringen, sie aus dem Kopf ins Herz zu holen, statt die Auge-um-Auge-Strategie zu fördern. Die macht die Welt nämlich nicht besser.

OM-YEAH: Das A bis M mit Sandra von Zabiensky

Sandra war mir schon eine ganze Weile aufgefallen gewesen. Ich mochte ihre Posts auf Instagramm, las ihre Artikel in der Yoga Aktuell, fand und finde ihre Art zu schreiben und dabei schonungslos ehrlich und teilweise auch umwerfend lustig über ihr Leben und ihren Yoga-Weg zu berichten, richtig toll. Erstmals in echt lernte ich sie dann Anfang des Jahres in Hamburg, beim Women Special der YogiDays, kennen. Wir unterrichteten Raum an Raum, ich hörte immer wieder das herzhafte Lachen ihrer Teilnehmerinnen. Das muss eine schöne Stunde sein, die sie macht, dachte ich mir. Später sah ich sie dann kurz, fand sie gleich ungemein sympathisch und von innen strahlend. Zu mehr als „Hallo“ und „Lass uns in Kontakt bleiben“, hat die Zeit an diesem Tag allerdings nicht gereicht.

Wir trafen uns dann online wieder, in einer des FB-Gruppen des von uns beiden so geschätzten Tantra-Lehrers Christopher Wallis. Und seitdem tauschen wir uns regelmäßig aus. Weil wir beide Philosophie-Nerds sind. Und weil es immer eine Freude ist, mit ihr zu sprechen. Sandra ist inspirierend, hilfsbereit, ein großartig schneller Geist, ein Mensch mit Herz, wie schon gesagt ziemlich lustig, ein Nerd halt.

Aber schaut und lest selbst. Denn Sandra ist jetzt mit Interview, Asana-Praxis und Meditation bei YogaEasyGermany zu sehen.

KARMA KÜSSE 

Und, yeah, hurra, wir können Karma Küsse verteilen! Denn: wir verlosen drei Monatsmitgliedschaften für YogaEasyGermany. Was ihr tun müsst? Schreibt mir bis Freitag, 12. 10.18, in einem inspirierendem Satz, warum ihr Sandra einen Monat lang sehen möchtet. mail (at) superyogisch.de

Und wie sie unsere OM-Fragen beantwortete? Voilà:

A: Allem Anfang liegt ein Zauber inne. Womit hat Yoga dich in deiner ersten Yoga-Stunde verzaubert und wie und warum bist du zum Yoga gekommen?

Meine allererste Yogastunde war eine Bikram Yogastunde und ich habe mich als Thai-Boxerin gesehen, die den Yoga-Quatsch macht, damit sie gelenkiger wird. An Bikram hatte mich die Strenge und Härte gepackt, das war mir durch de Kampfsport bekannt. Ich wollte auf gar keinen Fall eine Yogatussi sein. Tja, dann habe ich Power Yoga hier in Hamburg ausprobiert, das erste Mal Om gesungen und ich habe gemerkt: Da ist noch etwas hinter den Asanas.  So richtig gepackt und meine Aha-Momente erlebte ich Satyaloka, wo ich auch meine erste Ausbildung gemacht habe. Plötzlich war meine Matte nicht mehr ein Stück Kautschuk, sondern mein Ruhepol in einer Zeit des kompletten Umbruchs, es zog mich jeden Tag dorthin. Es war, als ob ich alle Konzepte von mir ablegen kann und meine Matte war ein Ort, an dem ich pur sein durfte. Nach und nach wurde es immer spiritueller. Und jetzt bin ich der absolute Tantraphilosophie Nerd, der extra nach London fliegt, um bei meinem Lehrer Christopher Wallis zu studieren, praktiziere mehr oder weniger täglich und es ist für mich eine tiefe, lebensverändernde Praxis geworden, die nichts weniger tut, als meine Welt zu verändern.

U: Umkehrhaltungen helfen, um die Welt endlich mal mit anderen Augen zusehen – ist eine „Weisheit“, die durch den Yogakosmos schwirrt. Wie siehst du das? Falls der Kopfstand nicht hilft, wie kann ich meine Sicht auf die Welt, immerhin ein erklärtes Ziel des Yoga, dann verändern?

Hm. Finde ich nicht. Bei mir ist es eher die Ruhe, die Kontemplation, die Stille hinter der Stille und das Lösen von Vikalpas, Gedankenkonstrukten, die mich mit neuem Blick in die Welt schauen lassen. Umkehrhaltungen finde ich dennoch großartig. Sie konfrontieren mich mit meiner Angst des Kontrollverlustes und sie zeigten mir, dass ich mir nicht zu 100 Prozent vertraue. Ehrlich, ich habe vor drei Jahren noch geheult, wenn ich Handstand machen sollte. Es ging für mich gar nicht! Durch die Anusara Praxis, die liebevolle Begleitung meiner Lehrerin Lalla Turske und meine eigene Entwicklung schwächte sich die Angst dann nach und nach ab. Wenn ich in mir Ruhe und Vertrauen  habe, dann wage ich mich auch an Umkehrhaltungen. Ich kann sie zwar noch nicht frei im Raum, aber das kommt bestimmt irgendwann. Und wenn nicht: Auch nicht schlimm.

M: Meisterschaft erlangt man durch regelmäßiges Üben, oder? Wie sieht deine Yoga-Praxis aus? Was bedeutet für dich Meisterschaft? Woran erkennst du, dass du Fortschritte machst? Und was kannst du wirklich richtig meisterhaft?

Dazu müsste man definieren, was Meisterschaft und Fortschritte bedeutet, genauso wie Yoga-Praxis. Auf körperliche Ebene: uneingeschränkt ja. Ich war total unflexibel, als ich anfing und es war für mich unvorstellbar, dass ich irgendwann in Eko Raja Kapotasana, der vollen Taube, meinen Fuß fassen kann. Am Körper merke ich also sehr deutlich den Fortschritt an Geschmeidigkeit, Weichheit, Stärke und Offenheit. Innerlich hat sich mit dem Anusara meine Praxis verändert. Es ist eine tiefe Begegnung mit mir selbst und etwas größerem geworden. Ich beginne wahnsinnig gern im Stehen und mit dem ersten Prinzip „Open to grace.“ Indem ich atme, bewusst bin, präsent im Moment bin, ohne diesen zu etikettieren, schafft das eine Freiheit und ein inneres Leuchten, so dass 20 Minuten auf der Matte zu einer spirituellen Erfahrung werden lassen können. Meisterschaft möchte ich im tantrischen Sinne als etwas definieren, dass als Potenzial in allem angelegt ist und alles in ganzer Großartigkeit schon da ist. Du kannst auch praktizieren, mit den wunderbaren Visualisierungen, Meditationen, Mantren, Praktiken, die uns die jahrhundertealten Schriften schenken, im Prinzip kannst du auf dem Weg zum Bäcker aber auch spontan Erleuchtung erlangen. Ich finde diesen Ansatz wahnsinnig schön und kann mich so mit der tantrischen Weltanschauung identifizieren. Tantra fließt auch ganz stark in meine Stunden, Workshops und Online-Klassen mit ein. Was ich meisterhaft kann – da muss ich überlegen. Ich denke ich kann gut über mich selbst lachen. Ich kann unheimlich gut klugscheißern, da muss ich mich echt zügeln; Freunde haben mir deshalb den Spitznamen WikiZ gegeben, das fand ich so lustig. 😊 Ich glaube, ich kann sehr gut reflektieren, habe einen schnellen Geist, ich weiß genau, wofür ich stehe, was ich weitertragen möchte. Ich kann Verbindung schaffen und wenn ich für etwas eine Leidenschaft entwickle, dann bin ich „all in“.

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Mehr zu Sandra und ihren Sequenzen auf YogaeasyGermany.

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Alles darf sein, wie es gerade ist

Alles darf sein, wie es ist

Wenn ich meine Social Media-Plattformen öffne, dann werde ich oft geflutet mit mehr oder weniger subtilen Aufforderungen anderer SoMe-NutzerInnen, doch gefälligst was zu tun, damit ich mich glücklicher, weniger gestresst, weniger traurig, weniger faltig, jünger, schöner, schneller, besser fühle. Das geht natürlich nicht persönlich an  mich, aber ich nehme es persönlich oder fühle mich, je, nach Tagesform, persönlich angesprochen. Und wenn ich dann am Ende des Tages meine To-Do-Liste for more Happiness and Bliss erfüllt habe, komme ich mir leider manchmal vor, wie der Total-Loser. Besser die Total-Loserin. Was ich anstrengend finde und mich Dukha haben lässt. Mag ich aber nicht dauerhaft haben, manchmal aber schon. Allerdings nur mein ganz persönliches, nicht To-Do-Listen-nicht-abgearbeitet verursachtes.
Als ich vorgestern abends auf dem Sofa lag, hab ich mir Gedanken dazu gemacht. Und daraus ist ein Video entstanden. Mies beleuchtet. Mies beleuchtet. Mit schlechte Tonqualität. Unguter Körperhaltung. Ungeschminkt. Ohne Skript. So gesehen eine Marketingkatastrophe. Optimierung wäre vermutlich dringend angebracht. Aber wisst ihr was, das ist mir egal. Denn alles darf so sein, wie es gerade ist.
https://www.facebook.com/kissyourkarma/videos/181853995665839/

 

Tina Schütze und das stille Örtchen für die Meditation

Das erste mal begegnet bin ich Tina Schütze (die tolle Frau auf dem Foto) auf Amazon. Kunden, die mein Buch „Das Karma, meine Familie und ich. Yoga-Philosophie für einen entspannteren Alltag“ gekauft haben, taten das auch mit Tinas Top-Seller „Werde die Frau deines Lebens. Gelassen, selbstbewusst, glücklich. Ein inspirierendes Workbook auf dem Weg zu dir selbst“ (S. Fischer Verlage). Oder umgekehrt. Manchmal werden wir von Amazon auch im Doppelpaket angeboten. Ich wollte sie deshalb lange schon mal anschreiben. Auch, weil ich gut finde, was sie sonst so macht. Tina Schütze ist Mindfulness Mentorin, Autorin, Personal Trainerin und Mama. Ach ja, und jetzt macht sie Crowdfunding für Das Stille Örtchen. Das war dann wirklich ein guter Grund, bei ihr nachzufragen, was da los ist.

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Verbindungslos

In meinem Blog-Projekt ist der Wurm drin. Erst hapert es zermürbend lange an der technischen Umsetzung. Dann, als ich entnervt beschließe, trotzdem online zu gehen, legt sich das Internet lahm. Ich meine, lahm war das Internet hier bei uns in dem 800 Seelen-Dorf (Kühe und sieben Hasen mitgezählt) schon immer. Die Telekom zuckte darüber nur arrogant die Achseln. Ihr Augenmerkt liegt auf dem urbanen Klientel. Das wir aber nicht sind. So ganz und gar nicht. Weder prä noch post noch mittendrin. Ich würde uns ja liebend gerne so ein Label geben. Aber die rurale Kommunikationstristesse würde es auch nicht verbessern.

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Are we online? No. No wait. We are online. Now!

Aber, oder besser: Ab jetzt gibt es keine Ausrede mehr. Wir, ich, das Karma und ich, sind online. Endlich. Hat ganz schön gedauert, denn die Idee dazu, zum „Kiss your Karma“-Blog, entstand bereits im März, kurz nachdem mein Buch „Das Karma, meine Familie und ich. Yoga-Philosphie für einen entspannteren Alltag“ im Beltz-Verlag erschienen war. Ich hatte Großes vor. Und dann kam wieder die ganze Welt dazwischen. Wie das eben so ist, wenn man zwei Kinder hat, einen Ehemann, ein Yoga-Studio, eine Yoga-Lehrerausbildung leitet, Sommer ist, dann die Schule beginnt, Schreib-Aufträge reinflattern, die so toll sind, dass man sie nicht ablehnen kann, Seminare vorbereitet werden möchten und Konzerte anders verlaufen als geplant.
Aber jetzt ist erst mal Ruhe. Ein bisschen zumindest. Zeit also für den Blog, Zeit all die Ideen, all die Gedanken hineinzuschreiben. Die tollen Menschen und ihre Projekte vorzustellen, die ich durch das Karma-Buch und den Yoga kennengelernt habe. Altes Wissen lebensnah zu vermitteln. Oder es zumindest zu versuchen. Seelenpflege zu betreiben. Mit euch durch den Karma-Kosmos zu fliegen. Viele Geschichten werden im Süden Deutschlands stattfinden, denn dort lebe ich.
We are online now. (Auch wenn noch nicht alles ganz rund ist.)

Kiss your Karma & take care of your soul.

Layout/Design: Claudia Köck von der www.stube-d.de